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Die Gründungszeit


Am Anfang der Geschichte der deutschen, am Gemeinwohl orientierten Wohnungsgenossenschaften – auch der „Siedlungsgenossenschaft Eigenheim“ – stand die Not. Gerade die Gründungsjahre unserer Genossenschaft sind stark geprägt vom ersten Weltkrieg und seinen Folgen. Immense Reparationszahlungen, desillusionierte Kriegsheimkehrer, hohe Arbeitslosigkeit, Hunger in weiten Teilen der Bevölkerung und auch große Wohnungsnot waren die Kennzeichen dieser Zeit. Deshalb beschließt am 18. Januar 1918 der Finanzausschuss der Stadt Weißenburg 50.000.— Mark – damals eine immense Summe - aus den Erträgen des Stadtwaldes in einen Fonds zur Behebung der Wohnungsnot in Weißenburg einzuzahlen. Bereits im Gründungsjahr der Genossenschaft 1921 kann somit der Bau von 28 Wohnungen in Angriff genommen werden, wobei die Stadt Weißenburg dieses Bauvorhaben monetär sowie auch mit der Überlassung von Baugelände großzügig unterstützt. Bis zum Anfang der zweiten Weltkrieges werden dann insgesamt 177 Wohnungen fertig gestellt.

 

Die Genossenschaft von 1945 – 1981


Endlich ist der zweite Weltkrieg vorbei. Die Genossenschaft ist in der glücklichen Lage keine Kriegsschäden beklagen zu müssen. In den Nachkriegswirren wird Ludwig Thumshirn im Einvernehmen mit dem Gouverneur der Militärregierung zum Geschäftsführer der Genossenschaft bestellt. Als Gründungsmitglied ist er bereits von 1921 – 1933 im Unternehmen tätig gewesen, wurde aber dann als Sozialdemokrat von den Nationalsozialisten aus dem Dienst entlassen und später sogar im Konzentrationslager Dachau interniert. Da Ludwig Thumshirn ab 1949 erster Bürgermeister der Stadt Weißenburg ist, führt Georg Enzner ab 1946 nebenamtlich und dann ab 1950 hauptamtlich die Geschäfte der Genossenschaft. Unter seiner Regie entstehen gerade in der schweren Nachkriegszeit vor allem Wohnungen für Flüchtlinge, die oftmals mit nicht mehr wie ihrem „Hemd“ aus allen Teilen Europas in Weißenburg zwangsangesiedelt wurden.
Gerold Demel – Heimatvertriebener, langjähriger bereits verstorbener Aufsichtsrat – schilderte in der Festschrift zum 75-jährigen Bestehen der Genossenschaft seine Erinnerungen aus dem Jahr 1950 an die damalige Zeit:
„Nach jahrelangem Lagerleben auf der Wülzburg zeichnete sich plötzlich ein Hoffnungsschimmer ab. „Eigenheim“ baute in der Wilhelm-Tröltsch-Straße Wohnungen für Heimatvertriebene. …………. Mit den heutigen bezugsfertigen Wohnungen waren sie jedoch nicht zu vergleichen. Die Straße war ein einziger Morast. Die Treppen am Hauseingang waren nicht fertig. Das Haus war außen nicht verputzt. Im Treppenhaus konnte man an verschiedenen Stellen durch die Wand hindurch sehen. Die Beheizung der Wohnung war problematisch. Es fehlte an Heizmaterial. Mit Handwagen und Eimern wurde vom jetzigen Gelände der Firma Gutmann in der Kohlstraße Braunkohle geholt. Der Brennwert dieser Kohle war sehr gering. Durch die schwache Beheizung lief das Wasser an den Wänden herunter, so dass die Möbel, soweit vorhanden, von den Wänden weggezogen werden mussten. Trotz aller dieser Umstände waren wir froh, eine Wohnung erhalten zu haben……….. .“
Bis zum Ende der Amtszeit von Georg Enzner 1979 wurden rund 700 Wohnungen fertig gestellt. Er ging als Motor des unermüdlichen Bauens in die Geschichte der Genossenschaft ein.

Die Genossenschaft von 1982 bis 2007


Wegen der mangelnden Nachfrage nach Wohnungen werden ab 1982 nur wenige Gebäude neu errichtet. Mit Norbert Dinkelmeyer als neuen Geschäftsführer wird in den folgenden Jahren sehr viel Wert auf zeitgemäße Sanierung und Modernisierung der Gebäude und Wohnungen der Genossenschaft gelegt. Insbesondere auch die energetische Sanierung der Gebäude, neue Heizungen, Vollwärmeschutz an den Außenwänden, Dämmung der obersten Geschoss – und der Kellerdecke sind von ihm vorausschauend auf die Energiepreisspirale bis zum Jahr 2007 forciert worden. Mit einem 1988 neu geschaffenen Büro- und Betriebsgebäude hat er die internen Abläufe reorganisiert und die Genossenschaft auch wirtschaftlich auf eine sehr gesunde Basis gestellt.

Heute


Mit dem neuen Vorstandsteam, Thomas Hanke (geschäftsführender Vorstand ab 2008), Peter Huber (nebenamtlicher Vorstand bis 2011), Norbert Dinkelmeyer (nebenamtlicher Vorstand bis 2016) und den aktuellen nebenamtlichen Vorständen Peter Schiebsdat und Thomas Winter wird der Weg der energetischen Sanierung der Anwesen fortgesetzt. Dabei wird der Einsatz regenerativer Energieträger erstmals in großem Stil forciert. So wird beispielsweise auf dem Anwesen Rothenburger Str. 16 die größte Solarthermieanlage auf einem Wohnhaus im Landkreis installiert. Das Solarfeld auf dem Dach bemisst sich auf fast 160 qm.