Trinkwasserverordnung Drucken E-Mail

Information zur Umsetzung der Trinkwasserverordnung der Wohnungsgenossenschaft Eigenheim eG Weißenburg

Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel der Erde. Etwa drei Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Unzureichende Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist in Entwicklungsländern die Hauptursache für die meisten Krankheiten und Todesfälle, vor allem für die hohe Kindersterblichkeit. Ganz anders bei uns in Deutschland, hier ist Trinkwasser das bestkontrollierte und sauberste Lebensmittel. Es muss nach der Trinkwasserverordnung folgende Anforderungen erfüllen:

  • farblos, geruchlos sein
  • frei von Krankheitserregern sein
  • mit einem Gehalt an gelösten mineralischen Stoffen in bestimmten Konzentrationen sein
  • geschmacklich neutral und kühl sein
  • nicht gesundheitsschädigend sein

Trinkwasserverordnung


Unsere Genossenschaft bezieht das Trink- und Brauchwasser ausnahmslos von den Stadtwerken Weißenburg als Wasserversorger. Auf der Homepage der Stadtwerke können Sie jederzeit unter der Rubrik Wasser (http://www.sw-wug.de/?area=wasser&id=quali_analyse) die aktuelle Qualität des Wassers aus den Weißenburger Quellen nachvollziehen. Dieses Wasser wird in die Wasserversorgungsanlagen aller unserer Anwesen eingespeist.

Im Rahmen der in 2011 geänderten Trinkwasserverordnung ist auch unsere Genossenschaft verpflichtet, das Wasser alle drei Jahre auf eine mögliche Belastung mit Legionellen zu untersuchen. Erstmals musste dies in 2013 durchgeführt werden. Im Folgenden erhalten Sie einige weiterführende Informationen über die Umsetzung der Trinkwasserverordnung bei der Wohnungsgenossenschaft Eigenheim eG Weißenburg. Die Ergebnisse der Probeentnahmen aus 2016 können Sie unter „Trinkwasserverordnung / Ergebnisse“ Anfang Dezember 2016 einsehen.

  1. Was sind Legionellen und welche Schutzmaßnahmen können getroffen werden?
    Legionellen sind Bakterien, die der menschliche Körper nicht durch Trinken sondern durch Verwirbelung, also zum Beispiel beim Duschen, in die Lunge aufnimmt und die dort die Legionärskrankheit, eine Art der Lungenentzündung, auslösen können. Keine Angst, so eine Art von Krankheit ist in unseren Häusern noch nie aufgetreten und wir haben alle Schutzmaßnahmen, zum Beispiel eine wiederkehrende Aufheizung unseres Trink- und Brauchwassers über 60°C, immer gewissenhaft durchgeführt. Aber auch Sie können und sollen Vorsorge treffen. Da eine Legionellenverkeimung besonders bei in den Leitungen stehendem Wasser mit einer Temperatur zwischen 25°C und 50°C vorkommt, sollten Sie vor dem Duschen das Wasser mit höchster Temperatur kurzzeitig ablaufen lassen. Sollten Sie mehrere Tage in Ihrer Wohnung nicht anwesend sein, empfiehlt sich das Spülen der Leitungen mit hoher Temperatur ebenfalls.

  2. Welche Wasserversorgungsanlagen müssen untersucht werden?
    Untersucht werden müssen Großanlagen zur Trinkwassererwärmung mit Duschen oder andere Großanlagen, in denen es zur Vernebelung von Trinkwasser kommt. Als Großanlagen nach DVGW-Arbeitsblatt W 551 gelten alle Anlagen mit Speicher-Trinkwassererwärmern oder zentralen Durchfluss-Trinkwassererwärmern mit mehr als 400L Speichervolumen oder mit Wasserleitungen mit mehr als 3L Inhalt in jeder Rohrleitung zwischen Abgang Trinkwassererwärmer und Entnahmestelle.
    Nicht geprüft werden müssen Trinkwassererwärmungsanlagen in Ein- und Zweifamilienhäusern und Anlagen ausgebildet als Durchlauferhitzer mit weniger als 3L bis zur Entnahmestelle. Deshalb sind auch nicht alle Anwesen der Genossenschaft betroffen.

  3. Wann und wie oft muss eine Untersuchung durchgeführt werden?
    Erstmalig musste bis zum 31.12.2013 eine Untersuchung des Trinkwassers durchgeführt werden. Soweit diese Wasserproben unauffällig sind hat dann die Untersuchung alle drei Jahre stattzufinden. Unauffällig ist eine Probe immer wenn die Legionellenkonzentration unter einem Wert von 100 kolonienbildenden Einheiten pro 100 mL (100 KBE/100mL) Wasser ist.

  4. Wie ist dieser Grenzwert zu interpretieren?
    100 KBE / 100mL Wasser sind ein rein technischer Maßnahmenwert. Grundsätzlich besteht eine geringe Legionellenkonzentration immer in allen Wasserleitungen, soweit diese nicht immer weit über 60°C Wassertemperatur aufweisen.
    Auch kann bei einer Überschreitung dieses Wertes keinesfalls von einer Gesundheitsgefährdung gesprochen werden, es sind nur entsprechende Maßnahmen einzuleiten, z.B. eine weitergehende Untersuchung bzw. Nachuntersuchung nach 4 Wochen. Erst ab einem Wert größer 10.000 KBE / 100 mL kann von einer direkten Gesundheitsgefährdung ausgegangen werden. Hier ist dann eine entsprechende Desinfektion der Leitungen vorzunehmen bzw. eine Nutzungseinschränkung (z.B. Duschverbot) auszusprechen.

  5. Welche Anwesen sind bei uns von der Untersuchung betroffen?



  6. 1 Wohnanlage Am Bärenbühl 1,3 91781 Weißenburg
    2 Wohnanlage Am Römerbad 14, 16 91781 Weißenburg
    3 + 3a Wohnanlage Bgm.-Traber-Str. 1 91781 Weißenburg
    4 Wohnanlage Berger Str. 10,12,14 91781 Weißenburg
    5 Wohnanlage Berger Str. 16,18,20 91781 Weißenburg
    6 Wohnanlage Habermühlweg 24 91781 Weißenburg
    7 Wohnanlage Kaadener Str. 1,3,5 91781 Weißenburg
    8 Wohnanlage Kaadener Str. 2,4,6,8 91781 Weißenburg
    8a Wohnanlage Kaadener Str. 10,12 91781 Weißenburg
    9 Wohnanlage Kaadener Str. 7,9,11 91781 Weißenburg
    10 Wohnanlage Kaadener Str. 13,15,17 91781 Weißenburg
    11 Wohnanlage Kaadener Str. 19,21 91781 Weißenburg
    12 Wohnanlage Kaadener Str. 23,25 91781 Weißenburg
    13 + 13a Wohnanlage Kaadener Str. 27 91781 Weißenburg
    14 Wohnanlage Rothenburger Str. 7,9,11 91781 Weißenburg
    15 Wohnanlage Rothenburger Str. 16 91781 Weißenburg
    16 Wohnanlage Rothenburger Str. 23, 25 91781 Weißenburg
    17 Wohnanlage Rothenburger Str. 27,29,31 91781 Weißenburg
    18 Wohnanlage Steinleinsfurt 6 91781 Weißenburg
    19 Wohnanlage Steinleinsfurt 8 91781 Weißenburg
    20 Wohnanlage Steinleinsfurt 10 91781 Weißenburg
    21 Wohnanlage Steinleinsfurt 11, 13 91781 Weißenburg
    22 Wohnanlage Steinleinsfurt 19,21,23 91781 Weißenburg

     

  7. Wie und wo muss in einem Anwesen untersucht werden?
    An folgenden Stellen im Haus muss von einem unabhängigen Labor eine Wasserprobe entnommen werden.
    - unmittelbar nach dem Trinkwassererwärmer bzw. Speicher (Vorlauf),
    - in der Zirkulationsleitung unmittelbar vor Eintritt in den Trinkwassererwärmer bzw. Speicher (Rücklauf) und
    - an der weit entferntesten bzw. ungünstigsten Stelle in jedem Steigstrang (meist Wohnung in der obersten Etage)
    Die Vorlauf- und Rücklaufverprobung betrifft Sie als Mieter nicht, diese Probeentnahme findet an den Heizungsanlagen im Keller statt.
    Die Steigstrangverprobung wird nur bestimmte Mieter mit Wohnungen in den obersten Etagen treffen, nicht alle Mieter in einem Anwesen. Hier werden meist im Bad vom Wasserhahn die Perlatoren entfernt, das Wasser kurzzeitig voll aufgedreht und danach eine Wasserprobe entnommen. Entsprechende Termine werden ggf. mit Ihnen als Mieter abgestimmt. Die Entnahme an sich wird max. 15 Minuten dauern.

  8. Was passiert mit den Wasserproben und wie werden Sie über die Ergebnisse informiert?
    Die Wasserproben werden in einem unabhängigen Labor auf Inhaltsstoffe und Legionellenverkeimung untersucht. Die Untersuchungsergebnisse erhalten wir und bei Auffälligkeiten das zuständige Gesundheitsamt. Sie können diese Ergebnisse auf unserer Internetseite unter der Rubrik „Service/Trinkwasserverordnung“ einsehen oder persönlich bei uns in der Geschäftsstelle vorbeikommen und diese erfragen.

  9. Was wird bei Auffälligkeiten von der Genossenschaft unternommen?
    Bei Veränderungen des Trink- und Brauchwassers wie zum Beispiel ungewöhnlicher Geruch, Geschmack oder Aussehen oder bei einer Verkeimung mit Legionellen wird unverzüglich vom untersuchenden Labor das Gesundheitsamt verständigt. Wir als Betreiber der Trinkwasserversorgung werden dann in Abstimmung mit diesen entsprechende Schritte einleiten. Wir gehen aber davon aus, dass dies nicht notwendig sein wird.

  10. Wer trägt die Kosten der Verprobung?
    Die Kosten für die vorgeschriebenen Untersuchungen sind Kosten des Betriebes der zentralen Warmwasserversorgung nach § 2 Nr. 5a in Verbindung mit § 2 Nr. 5 der Betriebskostenverordnung, somit sind diese auch ohne ausdrückliche zusätzliche Vereinbarung im Mietvertrag auf den Mieter umlegbar. Erstmalig fallen diese Kosten in der Betriebskostenabrechnung 2013 an.

  11. Weitergehende Informationen
    Für weitergehende Informationen stehen einige interessante Internetseiten zur Verfügung.
    Landkreis Weißenburg Gunzenhausen / Gesundheit / Trinkwasserhygiene -> http://www.landkreis-wug.de/gesundheit/trinkwasserhygiene/
    Bayerisches Landesamt für Gesundheitsschutz und Lebensmittelhygiene -> http://www.lgl.bayern.de/gesundheit/hygiene/wasser/legionellen.htm

 

Für weitere Fragen zum Trinkwasser, der Untersuchung und zu unserer Wasserversorgung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Wohnungsgenossenschaft Eigenheim eG Weißenburg – Ihr Zuhause